14. November 2020

SSC, RACK, EPE … - WTF?

Yeah endlich den nächsten Beitrag geschafft mit etwas Verspätung... aber besser spät als nie 😉

Wir widmen uns heute den Spiel-, Session- und Lebensformen. Wir hatten damals bei den ganzen Abkürzungen echt nur Fragezeichen im Kopf gehabt, vielleicht geht oder ging es euch auch so.

Wir wollen noch hinzufügen, wie ihr spielt, wie weit ihr geht und wie streng ihr die Definitionen nimmt ist ganz euch überlassen. Solange es euch allen Spaß macht und ihr euch alle gut damit fühlt kann keiner sagen "Das ist aber so nicht richtig".

Ein richtig oder Falsch gibt es auch hier nicht, aber ein einvernehmlich und respektvoll und dies sollte die Grundhaltung bleiben.

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Wir haben jetzt so oft SSC immer mal wieder in unseren Artikeln angeschnitten. Jetzt gehen wir mal detaillierter darauf ein. Nein, man kann es weder Essen, noch ist es ein Sextoy. Es sind eher BDSM-Lebens- und Spielformen. SSC, RACK und CNC bilden dabei die Grundbausteine, auf denen Sessions-, Spiel- und Lebensformen aufgebaut sein können. Was diese und noch einige andere Begriffe nun bedeuten kommt jetzt, wobei SSC das am weitesten verbreite „Grund“konzept darstellt.

Zurerst hauen wir euch die Abkürzungen mit kurzer Erklärung um die Ohren. Im weiteren Verlauf gehen wir  näher darauf ein.

Disclaimer: Einige klingen fragwürdig, andere sind selbst in der Szene sehr umstritten. Auch die möchten wir erwähnen damit ihr wisst, falls es euch begegnet, worum es geht und worauf ihr euch evtl. einlasst. Wir möchten euch bei unbekannten (extremen) Formen, egal ob Spielart oder Lebensform, dringlich dazu raten euch langsam heranzutasten und nur mit Beteiligten herumprobiert, die ihr schon länger kennt und denen ihr vertraut und vertrauen könnt. Demnächst posten wir eine Reihe zum Thema Sicherheit, damit ihr ein paar Tipps und Trick an der Hand habt, falls ihr die Person zum 1. Mal trefft.

 

SSC: Safe, Sensual, Concensual - Sicher(-heitsbewusst), mit klarem Verstand (vernünftig), einvernehmlich

RACK: Risk-Aware Consensual Kink - sinngemäß risikobewusstes einvernehmliches sexuelles Handeln)

CNC oder Metakonsens: Consensual Non-Consent - sinngemäß einvernehmliche Uneinvernehmlichkeit

EPE: Erotic Power Exchange - erotischer Machtwechsel

TPE: Total Power Exchange - totaler Machtwechsel

CIS: Complete Irrevocable Submission; komplette - unwiderrufliche Unterwerfung

DEBRIS: Domination Enhanced Beyond Rule Induced Superiority - verstärkte Dominanz über Regeln hinaus bedingte Überlegenheit 

 

SSC  bildet ein Grundprinzip der meisten BDSMler*innen und kann als eine Art moralischer Verhaltenskodex aufgefasst werden. Im Umkehrschluss heißt es, dass jegliche Handlung von den Beteiligten gewollt, nicht unvernünftig und vor allem sicher sein sollen. Alles was passiert muss in gegenseitigem Einverständnis, mit gesundem Menschenverstand und unter Beachtung der körperlichen und psychischen Sicherheit praktiziert werden.

RACK kann als alternative Spielart verstanden werden. Dabei steht die Eigenverantwortung der Person über allen anderen Aspekten. Das heißt, alle Beteiligten kennen das Risiko und entscheiden sich bewusst für die Session und gehen gemeinsam auf das einkalkulierbare Risiko ein. Klingt erst mal gut, jedoch sind einige Risiken nicht genau einkalkulierbar, also auch hier bitte vorsicht bei neuen, unbekannten Dingen, die ihr ausprobieren möchtet.

CNC oder auch Metakonsens bedeutet, dass der devote Part einwilligt jegliche Rechte an den dominanten Part abzugeben. Der dominante Part kann also machen was er*sie möchte und muss keine Rücksicht mehr auf den Willen des devoten Parts nehmen. In der Praxis spielen die meisten CNCS jedoch nicht in letzter Konsequenz. Häufig geht es dabei um die vorsichtige Verschiebung von Grenzen und die Beteiligten kennen sich schon ganz gut. Das Saveword bleibt zumeist bestehen.

EPE bezeichnet die Übertragung der gesamten Entscheidungsgewalt über sexuelle Dinge des devoten Parts auf den dominanten. Wo Erotik anfängt und wo dieser aufhört liegt im Auge des Betrachters. „Einfach“ gesagt verfügt der dominante Part über den Körper des devoten und kann diesen zum eigenen Lustgewinn jederzeit nutzen. Wann, wo und wie er*sie will. EPE kann mit SSC, RACK oder CNC gespielt werden.

TPE  geht einen Schritt weiter wie EPE. Hier überträgt der devote Part dem dominanten jegliche Entscheidungsmacht über eigentlich alle Lebensbereiche. Eine genaue Definition, wo genau die Grenzen bei der Lebensform liegen (rechtlich oder moralisch) ist selbst unter TPEler*innen strittig. Solltet ihr euch für diesen Bereich entscheiden, klärt im gemeinsamen Gespräch genau ab, wo für euch die Grenzen wären und ob es überhaupt Grenzen gibt und ob es ein Saveword gibt um notfalls raus kommen zu können. Die Verantwortung liegt bei jedem selbst, auf sich und seine Grenzen zu achten. Fangt mit z.B. einem Bereich an (EPE), erweitert es evtl. nach und nach und habt immer einen „Notfallaus-Knopf“. TPE kann somit mit RACK oder CNC gelebt werden.

CIS bedeutet sich völlig und lebenslänglich zu unterwerfen ohne, dass es ein Zurück gibt. Es ist die irreversible (nicht rückgängig zu machende) absolute Übertragung jeglicher Macht an den dominanten Part. Hier gibt es kein Saveword mehr, nichts was das Spiel beenden kann, kein Bereich der verhandelbar wäre (umfasst Finanzen, Familie, Leben). CIS ist die extremste Vereinbarungsform und sehr umstritten. Es wird nur von sehr wenigen BDSMler*innen angestrebt oder gelebt. Auch wir raten zur großen Vorsicht bei dieser Form. Tastet euch mit EPE, TPE heran und wenn CIS eine Überlegung wäre, besprecht es gemeinsam. Vielleicht ist die absolute (Ohn)Macht für den einen ja gar nichts und wenn dem so wäre, dann lasst euch nicht dazu überreden! Rein theoretisch könnte man es auf Zeit probieren, was jedoch dem CIS-Gedanken widerspricht. CIS kann somit nur im CNC gelebt werden.

DEBRIS  ist eine Abspaltung von CIS. Im Vergleich zu CIS herrscht hier das “Alles oder Nichts-Prinzip”. Das heißt der devote Part darf Handlungen oder Sessions nicht beenden. Die einzige Möglichkeit aus der Konstellation heraus zu kommen ist die Beendigung der Beziehung. Auch DEBRIS ist umstritten. DEBRIS könnte im RACK-Kontext gelebt werden. Fraglich ist, ob die Beteiligten wirklich wissen worauf sie sich da einlassen und die Tragweite einschätzen können. Ein emotionaler, psychischer Druck oder das führen in ein vorheriges Abhängigkeitsverhältnis, kann dazu führen, dass sich dann eine Trennung nicht so einfach gestalten lässt.

1. November 2020

Spiel und Spaß beim Spanking

Der aus dem Englischen übernommene Begriff „Spanking“ („to spank“ = verhauen) bezeichnet das Schlagen einer Person mit der flachen Hand oder einem Gegenstand.
Im BDSM-Kontext gilt dabei wie immer der Grundsatz: safe, sane and consensual (SSC):
Alles was passiert muss in gegenseitigem Einverständnis, mit gesundem Menschenverstand und unter Beachtung der körperlichen und psychischen Sicherheit praktiziert werden.

Im Folgenden werden die üblichen Begriffe Spanker (die Person die das Spanking ausführt) und Spankee (die Person die das Spanking erhält) verwendet. Sie stehen hier stellvertretend für Personen jeglichen Geschlechts, die ein Spanking geben oder empfangen.

In der Regel sind das Ziel der Schläge die Pobacken, aber auch andere Körperteile können gespanked werden, wie beispielsweise Oberschenkel, Handflächen, Fußsohlen, Oberarme etc.

Die Dauer und Intensität eines Spankings kann sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von ein paar spielerischen Klapsen bis hin zu einer ausführlichen Session, die 1 – 2 Stunden oder länger dauern kann. Ein Spanking kann außerdem mit anderen BDSM-Elementen (z.B. Fesseln/Bondage, verbale Dominanz, Erniedrigung usw.) kombiniert werden.

Durch die Schläge kommt es zu einer temporären Rötung der Haut. Je nach Intensität können außerdem Striemen, Schwellungen oder Hämatome entstehen, die einige Tage oder Wochen sichtbar sein können. Vorsicht ist geboten wenn (absichtlich oder versehentlich) die Haut aufplatzt und eine Wunde entsteht. Hier besteht Infektionsgefahr. Es ist wichtig, vor allem wenn man mit mehreren Personen spielt, darauf zu achten, dass die Toys ausreichend gereinigt und desinfiziert werden.

Ein wichtiger Aspekt beim Spanking ist das sogenannte „Aufwärmen“. Dabei wird zu Beginn einer Session durch sanftere Schläge oder auch durch das Massieren oder Kneten der Pobacken der Körper auf die folgende Einwirkung vorbereitet.
Dadurch wird das Gewebe stärker durchblutet und die Haut wird elastischer, was das Risiko für Verletzungen senkt. Außerdem schüttet der Körper nach einer Weile Endorphine („Glückshormone“) aus, die die Lust steigern und ein „schönes Gefühl“ verursachen. Außerdem schüttet der Körper Adrenalin aus, was das subjektive Schmerzempfinden senkt.
Zusätzlich wird durch Überreizung eine temporäre Betäubung der Nerven herbeigeführt. Dadurch werden dann auch etwas härtere Schläge besser ausgehalten und können zu einem lustvollen Erlebnis werden.
Zum Aufwärmen eignen sich am besten die Hand oder ein weicher Flogger sowie großflächige Instrumente wie Paddles. Grundsätzlich kann aber mit jedem Instrument aufgewärmt werden, wenn man dabei behutsam vorgeht.
Es ist zu beachten, dass jeder Körper anders ist und anders reagiert. Manche Menschen bekommen schneller blaue Flecken oder Schwellungen die einige Tage anhalten können. Je nachdem ob dies gewollt ist oder nicht, kann man das Aufwärmen entsprechend ausdehnen oder abkürzen.
Ausführliche Informationen zum Aufwärmen findest du unter…

Auch die Schmerztoleranz ist von Mensch zu Mensch verschieden und außerdem abhängig von: Tagesform, psychische Verfassung, körperliche Gesundheit, ob man gut geschlafen und ausreichend gegessen und getrunken hat, Monatszyklus usw.
Außerdem unterscheiden sich die Präferenzen, welche Art von Schmerz bevorzugt wird von Mensch zu Mensch. Die zwei großen Kategorien sind dumpfer Schmerz und spitzer Schmerz, aber es gibt auch starke Vorlieben oder Abneigungen für bestimmte Toys.
Generell ist es wichtig, sich mit Partner*innen abzusprechen und auszutauschen, um auf deren individuelle Bedürfnisse und Grenzen Rücksicht nehmen zu können.

Beim Spanking gibt es, wie bei allen BDSM-Praktiken, auch wenn man aufpasst, ein gewisses Risiko für mögliche Verletzungen. Allerdings ist es relativ ungefährlich den Hintern zu spanken, da dieser Bereich „gut gepolstert“ ist. Auf den inneren und äußeren Oberschenkeln, auf den Oberarmen oder den Waden ist das subjektive Schmerzempfinden in der Regel stärker. Hier sollte mit etwas weniger Kraft geschlagen werden als auf die Pobacken.
Auf keinen Fall darf auf Bereiche geschlagen werden, unter denen sich wichtige Organe, Nervenbahnen oder Knochen befinden wie z.B. Kopf und Gesicht, Wirbelsäule, Schlüsselbein, Schienbein, Hüftknochen, Steißbein, Bauchbereich, Lenden (Nieren), Achseln, Hals oder Gelenke.
Schläge auf die Brust oder den Genital- oder Analbereich sind umstritten. Es ist meiner Ansicht nach empfehlenswert, auf diese Körperregionen wenn dann nur sanft zu schlagen. Es ist sinnvoll sich über mögliche Risiken weitreichend zu informieren.
Wenn es gewollt ist sind sanfte „Ohrfeigen“ in Ordnung. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass dies als sehr erniedrigend empfunden werden kann und auch die Verletzungsgefahr ist hoch, da Augen und Ohren in der Nähe sind.
Das Auspeitschen des Rückens gehört auch in den Bereich Flagellation (Schlag-Spiele), ist aber nicht zum Spanking zu zählen, sondern eher eine eigene Kategorie.


Es gibt unterschiedliche Arten von Spankings. Es seien hier einige Beispiele genannt:

- Sinnlich: Bei einem sinnlichen Spanking steht das körperliche und psychische Empfinden im Vordergrund. Der Spankee genießt die Reaktionen seines Körpers auf die äußerliche Einwirkung. Dies kann mit sexueller Erregung einhergehen, es ist aber nicht zwingend der Fall.

- Erotisch: Bei einem erotischen Spanking erlebt der Spankee durch die Schläge einen sexuellen Lustgewinn. Es kann auch durch Spanking zum Orgasmus kommen. Das erotische Spanking kann als „reine“ Schlag-session durchgeführt werden oder im Rahmen von sexueller Interaktion (z.B. Geschlechtsverkehr, Oral-Sex, manuelle Befriedigung usw.) stattfinden z.B. als Vorspiel, oder Zwischenspiel.

- disziplinarische Maßnahme/Bestrafung: Spanking kann auch als Strafe verwendet werden um z.B. unerwünschtes Verhalten des Spankees zu korrigieren. Das ist unter anderem in einem D/s (Dominanz und Unterwerfung) Verhältnis üblich.

- spielerische „Strafe“ („Funishment“): Ein Spanking, das wie eine Strafe aussieht, aber mit einem Augenzwinkern durchgeführt wird, ist unter dem Begriff Funishment (fun punishment) geläufig.

- Im Rahmen von Rollenspielen: Spanking ist auch häufig Bestandteil von Rollenspielen, wobei die beteiligten Personen in verschiedene Rollen schlüpfen. Dabei werden häufig Machtverhältnisse nachgespielt, bei der eine Person Autorität über eine andere Person hat. Grundsätzlich sind aber auch zahllose andere Rollenverteilungen und Szenarien denkbar. Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, solange alle Beteiligten volljährig sind und ihre informierte Einwilligung (informed consent) geben.

- Entspannung / Stressabbau: Einige Menschen benutzen Spanking Sessions um sich zu entspannen bzw. angestauten Stress loszuwerden. Viele erleben dabei, dass sie „den Kopf abschalten“ und sich auf ihren Körper konzentrieren können. Durch die rhythmischen Schläge kann eine Art Trancezustand erreicht werden.


Zum Spanking kann der Spankee in unterschiedlichen Stellungen positioniert werden. Diese dienen dem Zweck den Hintern gut zugänglich zu machen, sodass der Spanker gut ausholen und zielen kann und das Ergebnis der Schläge sichtbar ist. Verschiedene Positionen können außerdem die Bewegungsfähigkeit des Spankees einschränken und/oder zu einem Gefühl der Erniedrigung beitragen. Für längere Sessions ist es ratsam, dass der Spankee eine bequeme Position einnimmt, sodass sein Körper länger in der Stellung verweilen und mehr Schmerz aushalten kann.

Für kurze Schlagwerkzeuge eignet sich besonders das „übers Knie legen“, wobei der Spankee quer über dem Schoß des Spankers liegt. Diese Position wird von vielen Menschen als sehr intim erlebt, da man Körperkontakt während des Spanking hat. Außerdem kann das Element der Erniedrigung bei dieser Position für manche reizvoll sein. Varianten dieser Stellung sind z.B. die „over one knee“ Position, bei der der Spankee über nur einem Knie des Spankers liegt. Oder aber der Spanker stellt ein Bein auf einer erhöhten Fläche ab, sodass der Spankee mit den Füßen „in der Luft baumelt“.

Der Spankee kann auch über einen Gegenstand gebeugt sein. Dazu eignen sich z.B. Bett- und Sofakanten oder spezielle BDSM Möbel. Gelenkige Menschen können auch einfach nach vorne gebeugt stehen und die Hände auf den Schienbeinen oder dem Boden abstützen. Diese Position ist gut geeignet für Schläge mit längeren Instrumenten, bei denen man mehr Platz zum Ausholen braucht, wie Rohrstock oder Peitsche.
Beim Stehen kann der Spankee außerdem gegen eine Wand gelehnt sein, oder an einen Bondage-Haken in der Decke gefesselt sein.

Auch auf dem Bauch liegend kann der Spankee das Spanking erhalten. Diese Stellung ist geeignet für Einsteiger oder längere Sessions, da hier die Muskeln des Spankees entspannt sind und so der Schmerz besser angenommen werden kann.

Der Spankee kann außerdem auf dem Rücken liegen und die Beine nach oben strecken. Dadurch ist die Haut des Hinterns und der hinteren Oberschenkel gespannt und dadurch empfindlicher. Außerdem wird von vielen diese Stellung als reizvoll demütigend erlebt, durch das Gefühl der Hilflosigkeit und Auslieferung durch die Unfähigkeit zu fliehen und den entblößten Intimbereich.

Außerdem kann der Spankee auf Händen und Knien („Hündchenstellung“) gespanked werden. Hierbei kann der Rücken gerade sein oder der Spankee macht ein Hohlkreuz und streckt den Hintern stärker heraus.

Es gibt auch hier so viele Möglichkeiten. Probiert euch durch, aber denkt ans SSC, immer schön langsam und informiert euch über mögliche Risiken. Steigern könnt ihr euch immer noch. Wenn ihr jedoch sofort in die Vollen geht, die Haut aufgeplatzt ist und Sub kein Bock mehr hat, war das wahrscheinlich die erste und letzte Spanking-Session.

 

23. Oktober 2020

A Coming-Out-Story

 Dies ist die Outing-Geschichte, die uns ein Mitglied unserer Community geschickt hat. Es spiegelt seine Geschichte wider und somit seine Meinung und seine Gedanken.

Wir möchten uns darüber kein Urteil bilden oder dies bewerten. Stattdessen danken wir dir für´s teilen und das wir daran teilhaben dürfen.

Wir möchten damit andere ermuntern sich über ihr Outing oder Outing im Allgemeinen Gedanken zu machen. Was wäre, wenn sich dein Freund*in/Bekannte*r/Kolleg*in / Tochter / Sohn / Mutter / Vater / Tante / Onkel etc. zu was auch immer outen würde? Wie würdest du reagieren?


"Hallo liebe Lady Marie. Ich möchte Dir gerne nun zum Thema Outing etwas schreiben:

Die Frage „Oute ich mich oder Oute ich mich nicht?“ muss eigentlich jeder für sich selbst beantworten. Das kann man nicht einfach pauschalisieren, da es ungewiss ist, wie die einzelnen Bekannten und Verwandtschaftsverhältnisse zueinander stehen.

BDSM an sich, gibt es ja schon eine geraume Zeit. Jedoch hat sich BDSM in den 90er Jahren so entwickelt, dass es allmählich allein das Laufen lernte. Vor dieser Zeit aber waren wir BDSMler*innen in der Vanilla-Welt nur kranke Menschen, Idioten, Perverslinge und psychisch voll daneben. Schwule und Lesben wurden in dieser Gesellschaft damals auch als geistig krank betitelt.

Erst die Verfilmung des Romans „Fifty shades of Grey“ enttabuisierte BDSM und brachte der Szene den richtigen Durchbruch, in der Gesellschaft mehr Akzeptanz zu erfahren. Der Roman und der Film ist zwar grottenschlecht, hat jedoch unsere BDSM-Szene gesellschaftsfähiger gemacht.

Zu jener Zeit wo BDSM noch als krank bezeichnet wurde, konnte und durfte man sich und seine Neigungen nicht outen. Heutzutage dürfte es kein Problem sein. Jedoch stoßen sich einige Vanillas immer noch daran und können die Sache mit dem BDSM nicht akzeptieren. Mittlerweile ist BDSM so groß geworden, dass es aus der Gesellschaft nicht mehr zu verdrängen ist.

Nur noch mal zu der Frage:

Oute ich mich oder oute ich mich nicht? Wem oute ich mich? Wie oute ich mich? Will ich mich outen oder will ich es lieber im Verborgenen behalten?

Ich habe vor einigen Jahren mein BDSM-Outing gehabt und konnte meine Neigung auch in der Öffentlichkeit zeigen. Vorher habe auch ich viele Jahre meine Neigung im Verborgenen halten müssen. Heutzutage ist es bei mir und meiner Lady so; wir machen keinen Hehl mehr daraus, wer und was wir sind. Wir gehen FKK-baden, wir sind tätowiert, wir tragen Intimschmuck. Uns interessiert es nicht ob ein Badestrand mit Textil ist oder FKK. Wir gehen an jedem Badestrand nackt baden. Wenn es jemanden stört, dann muss er weggucken. Meine Frau ist zwar nicht ganz so doll drauf wie ich, aber ansonsten gehen wir mit diesen Neigung ganz offen um. Wir besuchen Tattoo-, Erotikmessen und leben unseren BDSM 24/7. Dies war viele Jahre jedoch nicht so. Nicht dass wir es nicht wollten. Nein! Die Gesellschaft in der wir lebten ließ es nicht zu.

Ein*e BDSMler*in erkennt die Bedeutung des Schmuckes sofort, die normale Bevölkerung erkennt jedoch nur Modeschmuck und weiß nichts von der Bedeutung der einzelnen Schmuckstücke. Ich durfte mich eines Tages meiner Neigung outen. Und zwar:

Ich war auf Montagearbeit im fernen, fernen, fernen Deutschland. In meiner Freizeit trage ich ein Halsband und einen Ring der O. Nach Schichtende wollte ich mich mit unserem Chef der Firma zum Abendessen treffen. Jedoch vergaß ich mein Halsband abzulegen. Als wir uns nun gegenüberstanden fragte mein Chef: „*** ist dir das nicht zu eng?“ Ich wunderte mich, fasste an meinen Hals und erschrak. Ich hatte vergessen das Halsband abzulegen. Ich entschuldigte mich mehrmals und sehr demütig. Mein Chef erwähnte, dass ich das Halsband doch an lassen solle und ich sollte meinen Fetisch und meine Neigung doch nicht verstecken.

Seit diesem Tag trage ich Erkennungsmerkmale auch in der Öffentlichkeit. Mein Chef hat für mein Firmen-PKW sogar ein Spezial- Kennzeichen  anfertigen lassen ***-SM***.  Mittlerweile habe ich das Halsband gegen einen Kette mit einem Ring der O-Anhänger ausgetauscht. Eine liebe Freundin sagte letztens zu mir, dass die Kette besser wie das Halsband an mir aussehen würde.

Das Zeigen von Erkennungsmerkmalen der BDSM-Szene in der Öffentlichkeit ist auch ein Outing. Ich trage mein Erkennungsmerkmale ständig und täglich, egal ob es zur Vorstandssitzungen, Bauberatungen oder nur zum Einkaufen ist. Einige neugierige Menschen, denen man so begegnet, schauen mich an und fragen mich ob die Schmuckstücke die ich trage für mich eine Bedeutung haben. Wenn ich diese Frage bekomme dann beantworte ich auch diese Frage mit der Information, dass ich BDSMler bin. Denn ich stehe zu meiner Neigung.

Was ich nicht mache ist, dass ich mir ein Schild um den Hals hänge wo vorne und hinten darauf steht „Ich bin ein BDSMler“. Liebe  Lady Marie, ich bin auch ein trockener Alkoholiker. Und trage auch kein Schild am Hals oder auf den Rücken wo drauf steht. „Ich Sauf nicht mehr“. Wenn mich jedoch jemand fragt, warum ich kein Alkohol mehr trinke, dann erzähle ich ihm die Geschichte. So mache ich es auch mit BDSM. Denn es gibt keinen Menschen, der das Recht hat über ein anderen zu urteilen. Schon gar nicht wenn man diesen nicht kennt bzw. ist es noch schlimmer wenn jemand glaubt, dass er weiß wie Du denkst und fühlst.

Also im Ganzen mal zusammen gefasst. Outen sollte sich nur der*diejenige, der*die es von Herzen will. Aber man soll auch sich und seine eigenen Neigungen nicht verstecken.“

11. Oktober 2020

Ode an die Brennnessel

Lange ist es her, dass wir mal wieder was gepostet haben. Zur Auflockerung gibt es einen schönen Erfahrungsbericht zum Thema Brennnessel-Spiel aus unserer Community.


Danke an die Person, die seine Erfahrung mit uns geteilt hat ☺️ und entschuldigt die Rechtschreibfehler. Der nächste Text hat (hoffentlich) weniger. 😅

WICHTIG: Beachtet unbedingt unseren Disclaimer im kommenden Text!

Nun viel Spaß beim Lesen.

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Brennnessel können für sogenannte Tunnelspielen (Spiele, die Dom und Sub nicht kontrollieren können) benutzt. Hier eine kleine Brennnessel-Erfahrung aus unserer Community, aber vorher noch unser Disclaimer:

Wir fordern keinen dazu auf, Brennnessel-Spiele zu spielen. Wir raten davon dringlich ab, diese Erfahrung genauso nach zu ahmen, besonders wenn ihr gar keine Erfahrungen mit Brennnesseln habt. Dies kann lebensgefährlich sein. Diese Person aus unserer Community hat bereits 15 Jahre Erfahrungen mit Brennnessel, bevor es zu dieser Geschichte kam! Denkt ans SSC (Sicher, bei Verstand und im Einvernehmen)!

Nun zum Erfahrungsbericht:

Ein Traum des Subs war es schon immer sich durch ein Brennnesselfeld rollen zu lassen. Dies sollte nun in Erfüllung gehen. Seine Herrin gab ihm diese Aufgabe. Als er diese Aufgabe bekam wurde ihm im Vorfeld heiß und kalt.

Freude, Demut, Respekt, ein klein wenig Angst war auch dabei. Da ich wusste was auf mich zukommen wird. Das dieses Erlebnis jedoch so heftig wird, habe ich im Traum nicht gedacht.“

Er suchte sich ein Brennnesselfeld aus.

„Nun war es soweit. Jetzt wo auch meine Herrin mir den Befehl gegeben hat, musste ich mein Vorhaben von der Theorie in die Praxis umsetzen.

Das Spiel beginnt.

Ich parkte mein Fahrzeug vor eine Wiese mit vielen Brennnesseln. Ich begab mich noch angezogen zur Vorderseite meines Fahrzeugs… und zog mich aus. Mein Herz fing an zu rasen, mein Körper fing an zu zittern. Meine Gedanken flogen Achterbahn.

Ich wich zurück und wollte kneifen. Doch mein innerer Wille war stärker. Denn ich wollte dies schon immer mal machen.

Nachdem ich entblößt war, legte ich mich ganz langsam ins Brennnesselfeld hinein. Nach zögerlichem hinlegen lag ich nun mit Po und Rücken auf den vielen Brennnesseln. Die vielen kleinen 1000 Nesseln bohrten sich in Windeseile in meine Haut hinein. Ein leichter aber erträglicher Schmerz überströmte rücklings meinen Körper. Ich glaube, ich hatte einen Pulsschlag von 1 zu 1000…

Nun ging das Spiel weiter. Die Aufgabe bestand darin, dass ich auch meine vordere Seite den Brennnesseln zu wenden musste… ich drehte meinen Körper langsam zu den nachstehenden Brennnesseln hin, so dass ich nun mit der Vorderseite den Brennnesseln ausgeliefert war… und wieder bohrten sich die kleinen Messerspitzen in meinen Körper. Der Anfangsschmerz war noch erträglich und ich drehte mich also ein-, zwei-, dreimal durchs Brennnesselfeld.

Da wo die Nesseln meinen Körper trafen wurde mein Körper heiß und mit kleinen süßen Nadelstichen untersetzt. Als wenn man im Winter die Fingerspitzen unterkühlt hatte und sie nun wieder auftauen. Ich ging anschließend wieder aus dem Feld hinaus.

In der ersten Stunde war das Gefühl der Nesselwirkung aus meiner Sicht mäßig aber dafür stetig… und dann ging´s los, ein Tunnelspiel ist ein Scheißdreck dagegen.

Die Haut meines Körpers fing an zu glühen, zu frieren, zu schmerzen. So dass ich mich zusammen reißen musste nicht zu schreien und zu kitzeln, dass ich laut lachen musste. Ich habe noch nie im Leben so etwas erlebt. Ein Wechselbad der Gefühle mit sekundenschnellem Wechsel vom Lachen zum Weinen, vom Weinen zum Lachen.

Viel Schmerz und dennoch eine riiiieeesige Freude und mit tausenden von Freudentränen. Dieses Wechselbad der Gefühle dauerte in seiner Intensität fast 12 Stunden an. Nach 12 Stunden führ mein Körper langsam wieder in den Normalstatus zurück.

Fazit: Ich bin stolz darauf, dass geschafft zu haben und ich würde es wieder machen. Da ich jetzt weiß, was mich bei diesem Spiel erwartet, würde ich bei einer Wiederholung anders an die Lösung dieser Aufgabe ran gehen.“

Wie oben bereits im Disclaimer erwähnt hat der Berichterstatter jahrelange Erfahrungen mit Brennnesselspielen und sich ebenfalls erst ganz langsam herangetastet, bis es zu seiner Feldbegegnung kam. Auch diese Feldbegegnung brachte ihn hart an seine Grenzen. Wir möchten noch hinzufügen, dass ihr unbedingt, egal was ihr macht Sicherheit mit bedenken solltet. Brennnessel können in ihrer Wirkung nicht unterbrochen werden (Tunnelspiel). Dies muss also bis zum Schluss der Wirkung "durchgestanden" werden. Habt bei solchen neuen Erfahrungen immer jemanden zum Covern dabei, der/die euch helfen kann, wenn etwas schief geht und zur Not die 112 anrufen kann. Wir werden demnächst ebenfalls einen Beitrag zum Thema Covern und Sicherheit posten und auf unserem Blog eine extra Rubrik öffnen. So stay tuned…

12. Juni 2020

BDSM Workshops und private Spiel-Räume mieten

Gerade für Neueinsteiger und Interessierte des BDSM und den Kinky-Fetischen ist vieles am Anfang schwer, und manch ein(e) Gedanke/ Fantasie/ Neigung im BDSM schwer umzusetzen.

Was ist BDSM, was ist ein Sub, wie soll ich mich als dominierende Person verhalten / wie als submissive Person, was muss man beim "Spielen" beachten, was ist ein Safewort, was gehört zur Vorbereitung einer Session,  was zur Nachbereitung????
Fragen über Fragen.


Daher sind neben den vielen Möglichkeiten Stammtische und Spieleevents - ...soweit wegen Corona wieder irgendwann möglich... - auch BDSM-Workshops immer zu empfehlen.

Bei BDSM Workshops werden z.B. die Grundlagen des BDSM erklärt, 1. Hilferegeln bzw. Verhaltenstipps und ein paar gesundheitliche/ körperliche Grundlagen beim BDSM erklärt, gezeigt wie man "richtig " spankt, was beim Bondage zu beachten ist, oder viele viele andere Tipps, wo man sich gerade als "Anfänger" (aber auch etwas erfahrener BDSMler nicht so schnell rantrauen würde (z.B. nadeln oder Atemkontrolle).  


Gerade in der jetzigen "Corona-Situation" ist für die gewerbliche Sexworker und BDSM Club Szene es (auch politisch) sehr schwer, nicht in Insolvenz zu kommen/ pleite zu gehen, eventuell arbeitslos zu werden.


Daher bietet zum Beispiel in Berlin das vom Domina-Studio LUX dazu gehörende aber räumlich und organisatorisch getrennte "Kurszentrum LUX" Workshops für jedermann an (aber natürlich vor Corona auch schon und nach Corona weiterhin). Also auch gerade für private BDSM-Interessierte "Nicht-Sexworker" werden diese Möglichkeiten angeboten.
Teilweise werden diese Kurse auch als Online-Workshops angeboten.
Aber auch in den großen Räumlichkeiten vom Kurszentrum LUX am Tempelhofer Damm 145 bestehen auch zu jetzigen "Corona-Zeiten" Möglichkeiten um mit den Abstandsregelungen etc. Workshops anzubieten.

Als Beispiel sei mal ein SM Anfängerkurs genannt, welcher unter anderem auch auf Facebook zu finden ist.
Es sind natürlich höhere Preise als in der BDSM Szene für Workshops üblich, aber ihr habt hier auch i.d.R. erfahrene professionelle Sexworker zumeist - welche gerade durch die Corona Regeln  versuchen zu überleben.

Auch sei hier die Möglichkeit  für  Nicht-Sexworker erwähnt, Kurse/ Workshops im Kurszentrum LUX zu geben. Wollt ihr ein BDSM Thema anderen BDSM'lern vermitteln und seid in der Materie und im "unterrichten" sicher, bestehen hier auch nach Absprache mit den Besitzern, z.B. Johanna Weber, Möglichkeiten der weiteren Absprache. 

Nicht weit davon entfernt liegt ja der am neuen Standort wiedereröffnete Mchurt als empfehlenswerter BDSM Shop.

Nochmal wenige Meter weiter liegt das "Domina-Studio LUX". Hier sind auch zu jetzigen "Corona-Zeiten" die Anmietung von den BDSM "Spielräumen" unter Einhaltung der Hygiene und Coronaregeln für private Nutzung möglich.
Auch das ist eine der wenigen erlaubten Möglichkeiten für die Sexworker, noch ein wenig Geld trotz der derzeitigen Auflagen zu verdienen.

Wer sich - trotz der schweren Zeit für gewerbliche Sexworker - ein wenig mehr für die Arbeit der gewerblichen Sexarbeit und den 3 regional wichtigsten Verbänden interessiert, kann sich gerne ein wenig mehr über den BesD, BSD, und Hydra informieren (hier mal in einem Satz genannt 😉), oder auch eine Email für erste weitere Tipps an die im Blog /Impressum bekannte Mail-Adresse schreiben.

Die Linkliste wird für Sexworker-Interessierte in den nächsten Tagen weiter ausgebaut

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Ebenfalls bietet der bekannte empfehlenswerte 2nFace Club Räumlichkeiten zur privaten Spiel-Nutzung unter "Corona Bedingungen" an.
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Durch die derzeitigen Lockerungen wären wieder Stammtische und Bondage Picknicks im Land Brandenburg ab Juli 2020 möglich, (Verordnung sowie die Infektionsrate in der Region beachten).

Dabei müssen die Hygieneregeln eingehalten werden, Mund-Nasen-Schutz zumindest unter bestimmten Bedingungen noch benutzt werden, Abstand eingehalten werden, und Kontaktdaten an den jeweiligen Veranstalter (BDSM Potsdam betreffend) weiter gegeben werden.
Diese Kontaktdaten (Vor- und Familienname und die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse der Betroffenen) werden 4 Wochen gespeichert (Ausnahme auf Wunsch längerfristige Speicherung bei öfterem Erscheinen Stammtisch etc.) und bei keinem Corona-Infektions-Verdacht werden die Daten gelöscht. Das bedeutet natürlich, dass die jeweiligen Veranstalter der Events und der Organisator des BDSM Potsdam von euch erfahren sollten, wer Symptome bezüglich "Corona" hat oder nicht. Ein jeder Teilnehmer sollte für sich und für die anderen selbst wissen, ob er gesund ist, zur Risikogruppe gehört und erscheinen sollte oder nicht. Wer krank ist oder sich nicht gesund fühlt, bleibt zu Hause! Ebenfalls sollte auf übliche Begrüßungsrituale wie Hand geben oder ähnliches mit näherem Körperkontakt prinzipiell verzichtet werden.
Es geht nicht darum, nur einfach wieder bei irgendwelchen BDSM Events teilnehmen zu können, sondern eine Infektion und wiederholten Ausbruch der Pandemie zu vermeiden und die derzeitige Lage des BDSM und der Sexworker nicht zu verschlimmern.

Ob tatsächlich ein Event, durch einen Orga des BDSM Potsdam veranstaltet, statt findet, erfahrt ihr auf Email Nachfrage an die im Impressum bekannte Mail-Adresse. Übliche Lokalitäten und Tage können dabei vom Bisherigen abweichen. 
Auch sind weiterhin Möglichkeiten für BDSM-Einsteiger/ BDSM-Interessierte vorhanden, sich zu informieren und eventuelle Treffen mit den Organisatoren des BDSM Potsdam zu vereinbaren.

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Auch der BDSM Berlin e.V.  veranstaltet wieder mehrere Stammtische und Events an teilweise anderen als den üblichen Locations zu "Corona Bedingungen". Bitte nehmt Kontakt VORHER mit dem BDSM Berlin auf, bevor ihr zu den Veranstaltungen geht.

30. Mai 2020

weiterhin "keine" offiziellen Veranstaltungen... (bis auf erste Ausnahmen)


Der BDSM Berlin e.V. sowie wir vom BDSM Potsdam bieten weiterhin noch keine Stammtische und Events an. Dazu gehören auch Bondage Picnics. (Ausnahmen weiter unten genannt)

Trotz erster Lockerungen in den Ländern Brandenburg und Berlin aufgrund des "Coronavirus" haben wir uns dazu aus mehreren Gründen entschlossen:

1.)
Das Virus ist weiterhin unberechenbar, und unsichtbar vorhanden, die Ansteckungsgefahr zu hoch, allein schon aufgrund der langen Infektionszeitraumspanne.
Es herrscht eine gewisse "Mund-Nasenschutz-Tragemüdigkeit" und Sorglosigkeit. Einige aus dem BDSM Bereich gehören aber auch zur sogenannten "Risikogruppe".
Das wirkliche Ziel von uns BDSMlern ist (/sollte sein) aber ein sicheres gemeinsames verantwortliches Spielen im Rahmen des SSC. Dazu gehört auch die Beachtung des "Coronavirus" und das dementsprechende Miteinander. Somit 1,5 m Abstand und Mund-Nasenschutz.

Aber auch ist die sehr kurzfristige Entscheidungslage der Politik und der jeweiligen Corona-Infektionslage mit den daraus folgenden schnellen unkalkulierbaren sich ändernden Verordnungen nicht planbar, um für die BDSM Szene etwas anbieten zu können.


2.)
Der "Ruf" des BDSM und Öffentlichkeitsarbeit.
Der BDSM ist/ wird weiterhin nicht in der Politik und Gesellschaft angekommen/ angenommen, integriert und anerkannt. In letzter Zeit (schon vor Corona) war allein in der Politik eine gewisse "Anti-BDSM-Haltung" zu spüren, durch verschiedene Maßnahmen, auch bei uns regional, verstärkt.
Wir alle wollen, dass langfristig der BDSM wieder positiver da steht. (Da helfen derzeit auch Anfragen aus dem Media und Print Bereich der BDSM Szene nichts.)
Ein Fernziel vielleicht sogar eine Gleichbehandlung "der sexuellen Identiät" mit der "sexuellen Präferenz".
Die demnächst kommende ICD 11 geht ja für uns in der Hinsicht einen zumindest bisschen positiveren Weg.

Da könnte es nicht positiv sein, wenn der BDSM Veranstaltungen in der derzeitigen Lage organisiert, wo es ein "unkontrollierbares Übertragen" von der Infektionsgefahr gibt. Wir wollen vermeiden, dass mit dem Zeigefinger auf den "BDSM" gezeigt wird.


3.)
Die gewerbliche Schiene, die Arbeit der Sexworker, hat mit dem privaten Ausleben von Neigungen/ Präferenzen durch Privatpersonen innerhalb der BDSM-Szene in der Hinsicht nix zu tun.
Allerdings steht ebenfalls "die Sexworkerbranche" leider nicht positiv derzeit in der Politik etc. da.
Von vielen Bereichen der Gewaltenteilung (Politiker/ Behörden/ und leider auch StAs/ Gerichte) wird BDSM und damit die private BDSM Szene als "ROTLICHT" negativ dargestellt, selbst wenn BDSM damit nichts zu tun hat.

Auch in der Hinsicht haben die BDSM Club Betreiber es schwer, gerade auch eine schöne private Spielatmosphäre anzubieten - selbst wenn sie aufgrund der derzeitigen Lage dürften.

Selbst wenn die Sexworkerverbände und auch Clubs Hygienekonzepte bezüglich "Corona" den verantwortlichen Stellen/ Behörden vorgelegt haben und es im privaten wie auch im gewerblichen Bereich möglich wäre, wieder im gewissen Rahmen u.a. BDSM anzubieten, ist es halt allein auch aus politischer Sicht nicht gewollt.


4.)
Aus organisatorischer Sicht wäre es allein schon schwer, Stammtische und Events mit den verschiedenen Verordnungen/ Vorschriften/ Regelungen in der derzeitigen Lage zu organisieren.
Einen Stammtisch mit 1,5 m Abstand und Mundnasenschutz und eventuellem Hinterlassen der Kontaktdaten ist zwar organisatorisch möglich, aber nicht sinnvoll - und von einem Großteil von uns nicht gewollt. Ein Großteil von uns BDSMlern kann sich aufgrund des "teilweise schlechten Rufs des BDSM" und dem privaten und beruflichem Umfeld nicht immer mit Kontaktdaten outen (vom Datenschutz mal abgesehen). Auch müssten die Lokalitäten dazu "mitspielen" (als Beispiel der Munch mit einer Größe von ungefähren 100 Teilnehmern und den begrenzten Möglichkeiten im "Bergmannkiez").

Aber😉
WAS WIR BIETEN KÖNNEN:

Der BDSM Berlin e.V. ist weiterhin für BDSM Einsteiger/ Neuinteressierte offen und bietet gewisse Möglichkeiten des Austausches und der Informationsweitergabe. Auf der Webseite des Vereins gibt es Informationen zum Einsteigertreffen.
Ganz wichtig hierzu: sich anmelden ( einsteiger@bdsm-berlin.de , info@bdsm-berlin.de )
sowie Pünktlichkeit (gerade für Neueinsteiger, die zum ersten Mal etwas zu ihren BDSM Neigungen und Fetischen sagen wollen, ist es störend wenn neue andere Personen später dazu kommen)

Ebenfalls bieten wir vom BDSM Potsdam Möglichkeiten für Einsteiger, sich zu informieren.
Meldet euch hierzu in einer ordentlichen Mail bdsm-potsdam@freenet.de
Wir finden da Wege sich auszutauschen und der Informationsweitergabe.

Ebenfalls ist es in der derzeitigen Lage erlaubt, dass sich 10 Personen gemeinsam unter Einhaltung der "Corona-Regeln" außerhalb des BDSM-Bereichs treffen können.
Die aktuellen Gesetzlichkeiten / Verordnungen und Regelungen sind unter brandenburg.de einsehbar.


Auch haben wir Potsdamer eine "Whattsapp-Stammtisch" Kontakt Möglichkeit zum informellen Austausch, und sind über die üblichen Foren im Fetlife, Joyclub, Sklavenzentrale oder anderen regional wichtigen BDSM-Webseiten erreichbar.


BDSM-SZENE-Neuigkeiten
  • Verschiedene Veranstalter innerhalb der BDSM und Swinger Szene veranstalten schon wieder Treffen  und Bondage Picnics in der Öffentlichkeit. Nicht immer auf die Beste Art und Weise organisiert, manche Veranstaltung sollte man für sich selbst noch einmal hinterfragen. Achtet bitte mindestens auf den Abstand und die Mund-Nasenschutz Masken.
  • NEU: Der International- Stammtisch findet unter bestimmten Bedingungen zu 99 % am 04.06.2020 an einer anderen Lokalität versuchsweise statt. (Infos auf alle Fälle im Fetlife, oder auf Anfrage beim BDSM Berlin (info@bdsm-berlin.de)

  • Der Mc Hurt  als guter empfehlenswerter BDSM Shop ist umgezogen und befindet sich einige Meter südlicher auf dem Tempelhofer Damm (nahe Insomnia)  
  • Der Dachverband des BDSM, der BVSM e.V., geht derzeit durch schwere Zeiten, und ist erst einmal nicht über die bekannte Webseite erreichbar. (Wer sich dennoch organisatorisch für den BDSM auf Verbandsebene einsetzen will, kann sich über mich weitervermitteln lassen.)

Was wir ebenfalls befürworten :
viele Selbstständige Künstler und auch (BDSM) Clubs versuchen sich vor der leider drohenden Insolvenz etc zu retten und bieten unter anderem online Möglichkeiten wie
Streaming Shows an, teilweise kostenlos aber auch zu kostenpflichtigen Angeboten.
Unterstützt die Szene - wir alle leben davon, und wollen nicht dass der BDSM u.a. untergeht.
Hier ein paar Angebote :

https://unitedwestream.berlin/  - eine Vereinigung an Berliner Künstlern und Clubs
Insomnia - weitere Infos zum Livestream auf der Seite
Kitkat - Streaming Seite

  • Auch ist von Veranstaltern der FOURPLAY Party ein Stream am 05.06.2020 nach derzeitigem Stand aus dem Kitkat geplant.
  • Auch wären die Künstler und Clubbesitzer über Spenden bestimmt nicht unglücklich (das betrifft auch den Quälgeist, der kurz vor der Eröffnung stand). 
Informationen sind auf den jeweiligen Webseiten ersichtlich.

Wir alle wollen sehr gerne wieder unseren BDSM, auch gemeinsam, wieder ausleben können. Daher bleibt uns leider nichts anderes möglich - als in den sauren Apfel zu beißen. (derzeitige Lage halt).
Einem jeden von uns BDSM-lern und Bondagefreunden "juckt es in den Fingern" (auch mir) - aber beachtet auch die Lage des BDSM insgesamt.
Wollen wir hoffen, dass auch aus politischer Sicht, trotz der "Corona-Gefahr" endlich wieder mehr auch für uns offiziell erlaubt wird.

Wir informieren, wenn wieder weitere Stammtische und ähnliches möglich sind. Bei Anfragen einfach uns anschreiben.


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